13.01.2026

Klimaanpassung in der Praxis – Einblicke aus den ersten Betriebsbesuchen

Die ersten Besuche bei unseren Partnerbetrieben im Projekt BigData@Geo 2.0 zeigen, wie unterschiedlich landwirtschaftliche Betriebe in Franken auf den Klimawandel reagieren. Von Wasserknappheit über Frostschutz bis hin zu Sortenvielfalt - Anpassung ist längst Alltag.

Remlinger Rüben – Überleben durch Wasser

Gemüsebau braucht Wasser. Vor 20 Jahren war Bewässerung kein Thema, heute ist sie überlebenswichtig. Der Betrieb setzt auf Speicherbecken, Tröpfchenbewässerung und Humusmanagement, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Ideen wie Wasserrecycling aus der Gemüsewäsche sollen die Ressource noch effizienter nutzen.

MainStreuobst Bienen eG – Vielfalt als Strategie

Die Genossenschaft pflegt Streuobstwiesen und setzt auf Obstsortenvielfalt und die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, ein Gleichgewicht aus Nützlingen und Schädlingen. Klimawandel bringt manche Gleichgewichte ins Wanken und neue Probleme: Schädlings-&Mistelbefall, schwächelnde Sorten, extreme Wetterlagen. Welche Sorten sind zukunftsfähig? Diese Frage treibt den Betrieb um. Anpassung erfolgt durch Pflege, Erhalt alter Bäume, Nachpflanzungen und Beobachtung mikroklimatischer Unterschiede.

Thorwarth Landwirtschaft – Humus als Schlüssel

Milchvieh und Ackerbau im Wechselspiel. Luzerne ist zentral für Futter und Humusaufbau. Extreme Wetterphasen und milde Winter erschweren Zwischenfruchtmanagement. Anpassung bedeutet hier: Kreislaufwirtschaft stärken, Bodenfruchtbarkeit sichern und eigene Niederschlagsdaten nutzen, um Entscheidungen zu treffen.

Paulushof – Experimentieren für die Zukunft

Der Paulushof setzt auf den regionalen Anbau von Nischenkulturen wie Kichererbsen und Quinoa – Kulturen, die auch in trockeneren Klimaszenarien bestehen können. Fruchtfolgeerweiterung und Humuserhalt sind zentrale Strategien. Photovoltaik und Hackschnitzelheizung ergänzen den Ansatz, um Energieautarkie zu fördern.

Weingut Rudolf Fürst – Frostschutz und Bodenleben

Spätfrost ist eine der größten Bedrohungen. Das Weingut investiert in Frostheizungen und Hagelnetze, verzichtet aber bewusst auf Bewässerung, um die Qualität der Weine zu sichern. Zwischenzeilenbegrünung und Kompost fördern die Resilienz des Bodens. Anpassung heißt hier: Schutz vor Extremereignissen und nachhaltige Bodenpflege.

Fazit

Klimaanpassung ist kein Zukunftsthema – sie passiert jetzt. Die Betriebe reagieren mit vielfältigen Strategien: Wasser sparen, Sortenvielfalt fördern, Humus aufbauen, Energiequellen diversifizieren und Schutzmaßnahmen gegen Extremwetter ergreifen. BigData@Geo 2.0 will diese Ansätze mit präzisen Daten und praxisnaher Forschung unterstützen.

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